Bin ich aufgeregt ! Nachdem unsere ersten vier Ziele alle in den USA waren, freue ich mich wahnsinnig, eine mal wirklich ganz andere Kultur kennenzulernen.
Soweit das in dieser kurzen Zeit überhaupt möglich ist !
Dass wir hier ganz woanders sind, merkt man tatsächlich schon auf dem 8 Stunden Flug von Honolulu nach Tokio : Mindestens jeder vierte Japaner bedeckt sein Gesicht mit einer krassen Michael Jackson Mundschutz-Maske !!! Was ist denn jetzt los ? Total verrückt, denk ich mir, und hoffe, dass ich bald herausfinden kann, was es damit denn auf sich hat!
Die japanischen, wirklich sehr hübschen Stewardessen verbeugen sich jedes Mal wenn sie etwas servieren, mit einer Devotheit, die bei mir aus irgendwelchen Gründen gleich ein schlechtes Gewissen hervorruft. Ich traue mich gar nichts mehr bestellen, weil ich mir sonst gleich voll arrogant vorkomme! Puhhhhh!
Nachdem wir angekommen sind, stürzen wir uns gleich in das Treiben der Stadt !
WOW, SIND HIER VIIIIIIIIIIIIIIIIEEEELE LEUTE ! Wann immer man über eine Kreuzung läuft, ist man todessicher NIEMALS allein. Dicht an dicht drängen sich Menschenmassen in sämtliche Richtungen, und wenn man nicht aufpasst wird man übergangen, wie wenn eine Büffelherde auf einen zuläuft!
Der Trick, um sicher auf die andere Straßenseite zu kommen ist aber simpel: Einfach selbstbewusst gehen, keine Unsicherheit zeigen und nur nicht langsamer werden, als der Rhythmus der Stadt es vorgibt !
Sehr auffällig ist, dass es hier wirklich sehr schöne Menschen gibt.
Die Mädchen haben sehr zarte Haut, glänzendes meistens langes Haar, und tragen kurze manchmal auch verdammt kurze Röcke. Die japanische Schuluniform ist mir total unverständlich. Die Röcke der Mädels gehen wirklich mal gerade so bis an die Oberschenkel. So hätte mich meine Mama früher glaub ich gar nicht in die Schule gelassen ☺
Bei den Jungs sind mir zwei Sachen aufgefallen. Entweder gibt es die freakigen Freaks, und davon gibt es JEDE MENGE, die wiederum ALLE die gleiche Frisur tragen – eine Art Rod Steward Rockfrisur – und sich wahnsinnig weiblich geben. „Metrosexuell“, wie ich gelernt habe...Oder es gibt die Businessmänner, die zu jeder Urzeit, JA WIRKLICH zu JEDER Uhrzeit aus irgendeinem Büro kommen und in Anzug geschmissen sind. Die Businessmänner tragen keine Rockfrisur.
Manche Businessmänner gehen auch nach der Arbeit gerne mal in eine Karaokebar, wie mir scheint. Nachdem sie viel getrunken haben, trauen sie sich ans Mikrophon und singen englische Rock´n Roll Songs.... DAS IST WIRKLICH KRASS! ZU KRASS !
Ein großes Problem ist auch die Verständigung. Da die japanischen Menschen wirklich sehr, sehr höflich und freundlich sind, passt es wohl nicht zur Kultur, „Nein“ zu sagen – obwohl „Nein, das verhält sich aber so und so“ uns manchmal echt geholfen hätte...
Wenn man also eine Frage stellt, und man jemanden trifft, der englisch versteht ( sprechen nicht viele ) muss man in der Regel selbst rausfinden, ob Ja wirklich „JA“ heißt, oder doch „Nein“.
In der Nacht schleichen wir noch in den etwas schlechteren Viertel der Stadt umher....Leider gefällt es mir hier gar nicht, es ist unheimlich und es tummelt sich ein „Herren-Etablissement“ nach dem nächsten. Und davor stehen auch genauso viele Businessmänner.... Es stinkt total nach Müll, der offen und nicht in Tonnen an jeder Straßenecke einfach so rumsteht. Auf dem Lüftungsschacht schläft ein Penner und einen Meter weiter kommt eine mit Drogen vollgepumpte Dame völlig fertig um die Ecke.
Ich will nach Hause, und nachdem ich einen Laden sehe, wo kleine Hunde völlig am Ende in einem WINZIGEN Käfig zum Verkauf anbeboten werden, mach ich das auch !
In dem Moment war ich so froh, dass ich in einer so schönen Stadt wie München lebe, es nicht weit nach Hause hab, es sauber ist und in der Nacht auch relativ ruhig, wenn man es will.
Hier ist selbst um drei Uhr Nachts noch Stau auf den Straßen, Männer kommen aus der Arbeit, und das Leben zeigt sich in sämtlichen Facetten, die von total modern und gepflegt zu abgefuckt und „am Ende sein“ reichen.
Ich schäme mich ein bisschen, weil mir München manchmal schon zu schaffen macht....Aber hier, und in noch vielen anderen richtigen Großstädten dieser Welt, spürt man das Leben in all seinen Fasern..
In der Nacht kann ich kaum schlafen, vor lauter Eindrücken dieser Stadt mit ihrer mir noch so fremden Kultur ! Ich bin aufgewühlt und will irgendwie nur eins: Nach Hause....
