Dienstag, 30. Dezember 2008

Tokio


Bin ich aufgeregt ! Nachdem unsere ersten vier Ziele alle in den USA waren, freue ich mich wahnsinnig, eine mal wirklich ganz andere Kultur kennenzulernen.
Soweit das in dieser kurzen Zeit überhaupt möglich ist !
Dass wir hier ganz woanders sind, merkt man tatsächlich schon auf dem 8 Stunden Flug von Honolulu nach Tokio : Mindestens jeder vierte Japaner bedeckt sein Gesicht mit einer krassen Michael Jackson Mundschutz-Maske !!! Was ist denn jetzt los ? Total verrückt, denk ich mir, und hoffe, dass ich bald herausfinden kann, was es damit denn auf sich hat!
Die japanischen, wirklich sehr hübschen Stewardessen verbeugen sich jedes Mal wenn sie etwas servieren, mit einer Devotheit, die bei mir aus irgendwelchen Gründen gleich ein schlechtes Gewissen hervorruft. Ich traue mich gar nichts mehr bestellen, weil ich mir sonst gleich voll arrogant vorkomme! Puhhhhh!
Nachdem wir angekommen sind, stürzen wir uns gleich in das Treiben der Stadt !
WOW, SIND HIER VIIIIIIIIIIIIIIIIEEEELE LEUTE ! Wann immer man über eine Kreuzung läuft, ist man todessicher NIEMALS allein. Dicht an dicht drängen sich Menschenmassen in sämtliche Richtungen, und wenn man nicht aufpasst wird man übergangen, wie wenn eine Büffelherde auf einen zuläuft!
Der Trick, um sicher auf die andere Straßenseite zu kommen ist aber simpel: Einfach selbstbewusst gehen, keine Unsicherheit zeigen und nur nicht langsamer werden, als der Rhythmus der Stadt es vorgibt !
Sehr auffällig ist, dass es hier wirklich sehr schöne Menschen gibt.
Die Mädchen haben sehr zarte Haut, glänzendes meistens langes Haar, und tragen kurze manchmal auch verdammt kurze Röcke. Die japanische Schuluniform ist mir total unverständlich. Die Röcke der Mädels gehen wirklich mal gerade so bis an die Oberschenkel. So hätte mich meine Mama früher glaub ich gar nicht in die Schule gelassen ☺
Bei den Jungs sind mir zwei Sachen aufgefallen. Entweder gibt es die freakigen Freaks, und davon gibt es JEDE MENGE, die wiederum ALLE die gleiche Frisur tragen – eine Art Rod Steward Rockfrisur – und sich wahnsinnig weiblich geben. „Metrosexuell“, wie ich gelernt habe...Oder es gibt die Businessmänner, die zu jeder Urzeit, JA WIRKLICH zu JEDER Uhrzeit aus irgendeinem Büro kommen und in Anzug geschmissen sind. Die Businessmänner tragen keine Rockfrisur.
Manche Businessmänner gehen auch nach der Arbeit gerne mal in eine Karaokebar, wie mir scheint. Nachdem sie viel getrunken haben, trauen sie sich ans Mikrophon und singen englische Rock´n Roll Songs.... DAS IST WIRKLICH KRASS! ZU KRASS !
Ein großes Problem ist auch die Verständigung. Da die japanischen Menschen wirklich sehr, sehr höflich und freundlich sind, passt es wohl nicht zur Kultur, „Nein“ zu sagen – obwohl „Nein, das verhält sich aber so und so“ uns manchmal echt geholfen hätte...
Wenn man also eine Frage stellt, und man jemanden trifft, der englisch versteht ( sprechen nicht viele ) muss man in der Regel selbst rausfinden, ob Ja wirklich „JA“ heißt, oder doch „Nein“.
In der Nacht schleichen wir noch in den etwas schlechteren Viertel der Stadt umher....Leider gefällt es mir hier gar nicht, es ist unheimlich und es tummelt sich ein „Herren-Etablissement“ nach dem nächsten. Und davor stehen auch genauso viele Businessmänner.... Es stinkt total nach Müll, der offen und nicht in Tonnen an jeder Straßenecke einfach so rumsteht. Auf dem Lüftungsschacht schläft ein Penner und einen Meter weiter kommt eine mit Drogen vollgepumpte Dame völlig fertig um die Ecke.
Ich will nach Hause, und nachdem ich einen Laden sehe, wo kleine Hunde völlig am Ende in einem WINZIGEN Käfig zum Verkauf anbeboten werden, mach ich das auch !

In dem Moment war ich so froh, dass ich in einer so schönen Stadt wie München lebe, es nicht weit nach Hause hab, es sauber ist und in der Nacht auch relativ ruhig, wenn man es will.
Hier ist selbst um drei Uhr Nachts noch Stau auf den Straßen, Männer kommen aus der Arbeit, und das Leben zeigt sich in sämtlichen Facetten, die von total modern und gepflegt zu abgefuckt und „am Ende sein“ reichen.
Ich schäme mich ein bisschen, weil mir München manchmal schon zu schaffen macht....Aber hier, und in noch vielen anderen richtigen Großstädten dieser Welt, spürt man das Leben in all seinen Fasern..
In der Nacht kann ich kaum schlafen, vor lauter Eindrücken dieser Stadt mit ihrer mir noch so fremden Kultur ! Ich bin aufgewühlt und will irgendwie nur eins: Nach Hause....

Freitag, 26. Dezember 2008

Barfuaß in Hawaii


Barfuaß in Hawaii !

Endlich mal ein bisschen länger Zeit! Ganze fünf Tage haben wir auf der schönen Insel Oahu, eigentlich der wirkliche Grund für diese Reise um die Welt. Denn hier war ich im letzten Jahr im Urlaub (meine erste richtig weite Reise) und hab mehrere Songs geschrieben, die jetzt auf dem neuen Album ihren Platz gefunden haben. Unter anderem eben auch der Titelsong „Barfuaß um die Welt“.
Mich hat Hawaii einfach total verzaubert, denn auf dieser Insel herrscht ein einzigartiges Flair.Es regnet zwar viel, aber der Regen hat irgendwie eine sehr heilende Wirkung.Er wischt alle Sorgen einfach weg und spült sie leise ins weite, weite Meer.
Die Natur ist absolut wunderschön. Man fährt durch tropische Dschungel, an Wasserfällen vorbei, die Sonne scheint durch den Regenschleier und man kann dadurch erstklassige Regenbögen sehen. Dann durchkreuzt man kleine, verschlafene Dörfer mit einigen Surferläden oder Musikshops....
Dass es kein Bier auf Hawaii gibt, stimmt auch zum Teil ☺! Denn unser kleines Ferienhäuschen liegt direkt am Meer in einem kleinen Dorf namens La´ie.Da der ganze Ort scheinbar von den Mormonen bestimmt wird, wird an keinem Fleck Alkohol ausgeschenkt oder verkauft. Selbst die riesige Lebensmittelkette „Foodland“ hat keinen Tropfen Alkohol im Sortiment....Zum Glück ist es nicht weit zum nächsten Ort, wo man allerdings wie in ganz USA nur dann ein Bier bekommt, wenn man schon 21 Jahre alt ist.
Zeit zum feiern bleibt uns allerdings eh nicht wirklich. Die Zeitumstellung wird jetzt nämlich richtig heftig, in Hawaii sind wir Deutschland nämlich ca. 11 Stunden hinterher, was dazu führt, dass ich schon um 20:00 ins Bett fallen könnte...
Aber wer denkt denn ans Schlafen, wenn es soviel zu erleben gibt ?
Als ich mir in einem Musikshop eine Ukulele gekauft hatte, hab ich erfahren, dass hier jeden Mittwoch eine offene Bühne stattfindet.Ich hab mich natürlich gleich angemeldet, denn wann bekommt man schon mal Gelegenheit vor hawaiianischem Publikum ein Lied zu spielen ?
Der Auftritt im „Coffe´Shop“ war auch wirklich ein Highlight der ganzen Reise...Bewaffnet mit meiner Gitarre Blacky hab ich zwei Songs gespielt und die Leute haben total gespannt zugehört, und sogar mitgeklatscht! Obwohl sie kein Wort der Texte verstanden haben, wollte das Publikum noch eine Zugabe, was aber wiederum ich nicht verstanden habe, weil ich das hawaiianische Wort für Zugabe nicht gekannt hab ☺...
Hinterher haben mich total viele Leute angeredet und mir gesagt, dass sie zwar die Worte nicht verstanden haben, aber die Musik haben sie sehr wohl gefühlt, und sie hat was ganz besonderes in ihnen ausgelöst....
Es ist also wirklich so.Wo auch immer man auf der Welt hingeht, es ist mehr als schwierig von jedem Land, das man besuchen will, die Sprache zu lernen.Besonders wenn man nur für kurze Zeit dort ist. Aber die Sprache der Musik wird überall gesprochen und verstanden, wenn man offen ist dafür, und man auch meint, was man singt ...
Danach hat ein junger Mann mit seiner Ukulele gespielt und gesungen, und das war einfach der Wahnsinn, wie er es gemacht hat. So eine tolle Stimme, gespielt wie ein Weltmeister uns jetzt kommt´s:Auf einmal fängt der zum Jodeln an, dass es einen beinahe vom Stuhl haut! Ich hab in ganz Österreich und Bayern niemanden soooo gut jodeln gehört, wie er es gemacht hat! Er hat das wohl irgendwo in Tennesee gelernt ! Echt heftig !
Was ich noch alles erlebt habe, haben wir gottseidank alles auf Kamera aufgenommen, denn bei den geballten Eindrücken der verschiedensten Städte der Welt, ist es ehrlich schwer, den Überblick zu behalten ☺
Aber ich weiß schon jetzt, dass sich die Reise absolut lohnt, denn ich hab schon so viele Eindrücke gesammelt, so viele verschiedene Menschen getroffen, wie ich es in meinem ganzen Leben noch nie getan habe. Der Unterschied ist, ich bin überhaupt nicht auf mich selbst bedacht, wie ich es vielleicht wäre, wenn ich einfach in den Urlaub gefahren wäre...Ich bin offen für alles was passiert,und auch wenn ich kaum schlafe, bin ich aufgeweckter und fitter wie eh und je !

Dienstag, 16. Dezember 2008

Barfuaß in Los Angeles


Wow war das toll ! Nur zwei Stunden entfernt von der Großstadt Los Angeles, das dritte Ziel meiner Reise, findet man wirklich die absolute Wüstenlandschaft!
Nachdem wir noch am Morgen in totalem Großstadtfeeling im „Griddles Cafe“ ungefähr den größten und dicksten Pfannenkuchen wo gibt gegessen haben (nur halbert geschafft) , sind wir aufgebrochen um nach „Joshua Tree“ zu fahren, ein Nationalpark bestehend aus Wüste!
Vorbei an tausend riesigen Windrädern, lassen wir das Lärmen und den Trubel Los Angeles hinter uns und erreichen kurz nach Mittag die Wüste!
Die Sonne brennt, es ist heiß und die Landschaft ist geprägt von Kakteen, Felsen, Steinen und Sand. Echt überwältigend!
Noch atemberaubender und schon fast unheimlich ist allerdings eines: Die Stille! Ich glaube, es war in meinem ganzen Leben noch nie so leise wie hier in der Wüste. Es schaut alles so verlassen aus, leblos und einsam....Und das nur quasi einen „Katzensprung“ entfernt von der Stadt der Reichen und Schönen, und der ganzen Hektik, die die Stadt mit sich bringt !
Einfach nur noch der Wahnsinn war, als ich mit meiner Gitarre einen Felsen hoch geklettert bin und dann in die Einsamkeit der Wüste hinein ein Lied gespielt hab, dass ich in einer Zeit geschrieben hab, in der ich genauso fühlte:
Inmitten der Großstadt, umzingelt von tausend Leuten, aber trotzdem so weit weg von alledem, einsam und verloren.
Was für ein Erlebnis. Nach Sonnenuntergang ist es total kalt, und der aufgehende Mond ist so groß, wie ich ihn noch nie gesehen hab!!!!

Womit wir wieder bei den Pfannenkuchen wären, und damit in der Großstadt! Je näher wir nach Los Angeles kommen, desto mehr Schilder mit verschiedensten Werbungen erscheinen am Straßenrand. Mit einem besonders heftigen Slogan wirbt eine Schönheitsoperationspraxis : „We treat everybody like a celebrity“ (!!!!) Total krank☺
Man findet auch wirklich alle fünf Meter irgendein Fast Food Geschäft, wohingegen ein Supermarkt nur alle paar halbe Stunden zu sehen ist!
Mit weiteren super Erfahrungen und Erlebnissen im Gepäck, geht es am nächsten Morgen weiter auf eine völlig andere Seite der Welt.....Wo ich bin, erzähl ich gaaaaanz bald!
Es ist so wunderschön auf der Reise, aber ich freu mich auch, Weihnachten wieder daheim zu sein, im verschneiten Traunstein ☺

Sonntag, 14. Dezember 2008

Barfuaß in Nashville


Einen wunderschönen Guten Morgen !

Ich bin mittlerweile schon auf der zweiten Station meiner großen Reise und ich hatte bisher keine Zeit gehabt zu schreiben!
Aber jetzt !
Nachdem wir das freakige Multikulti Miami verlassen haben, ging es in die Musikstadt Nashville !
Den Titel "Music City" hat die Stadt auch wirklich verdient, denn wirklich an jeder Ecke, ob im Flughafen, in einem Restaurant, oder einfach auf dem Gehsteig: Überall an jeder Strassenecke stehen wirklich gute Musiker, meist mit Gitarre und Cowboyhut bewaffnet, und spielen sich die Finger wund !
Ich hab soviele freundliche Leute getroffen und es war auch überhaupt nicht schwer, mit allen möglichen Menschen ins Gespräch zu kommen ! 
Der absolute Wahnsinn war, als wir nachmittags auf eine kleine Stärkung in eine Bar gegangen sind und ein sehr, sehr alter Herr mit Cowboyhut Lieder über Bier und Herzschmerz sang.
Er hat gleich gesehen, dass ich eine Gitarre dabei gehabt habe und mich gefragt ob ich denn nicht auch 2 Lieder spielen möchte !
Ich hab mich  sehr gefreut und ich sag´s euch, es war sehr lustig, denn ich habe natürlich auf bayerisch gesungen...! "Dahoam" in Nashville zu spielen war echt der Hammer :-)
Also, Nashville war wirklich eine tolle Erfahrung, auch wenn´s in Tennessee ungefähr genauso kalt war, wie bei uns. Es hat am nächsten Morgen angefangen zu schneien und die Menschen dort waren ganz aufgeregt, weil Schnee in Nashville wohl eher selten ist :-)

Weiter ging´s dann in das sonnige Kalifornien ! Wie´s da so war, erzähl ich euch auch ganz bald, aber jetzt muss ich schon wieder weiter, weil ja alles so waaaaaaahnsinnig aufregend ist!!!

Dienstag, 9. Dezember 2008

"Barfuaß in Miami"


Welcome to Miami !

Jaaaaaaaaah es ist wirklich wahr...!!!! Ich hätte nie nie nie nie gedacht, dass ich JEMALS eine Weltreise machen werde. Aber für mein neues Album "Barfuaß um die Welt" wurde aus einer "gschbinnadn Idee" tatsächlich Wirklichkeit !
Da ich jetzt  noch ein bisschen Zeit hab, bevor es wieder auf Tour geht, haben wir uns knappe drei Wochen Zeit genommen und uns  ein "Around the world Ticket" gekauft ....!
Ich möchte ein bisschen was von Daheim in die Welt tragen und natürlich auch viel von der Welt nach Hause zurück !
Zu dritt sind wir unterwegs (Peter filmt, Gunnar koordiniert und hilft für alles, und was ich so mache, verzähl ich euch wenn ihr es lesen wollt hier!) und wir haben einen straffen Reiseplan ....
Unser erster Stop war in Miami , Florida ! 
Nach ungefähr 10 Stunden Flug kamen wir völlig fertig gegen Nachmittag in Miami an....Ich hab seit mehr als 20 Stunden nicht geschlafen weil es quasi direkt nach meinem Auftritt in Helmbrechs los ging !
Aber sich zu beschweren, wäre wirklich fehl am Platz : IN MIAMI SCHEINT DIE SONNE , ÜBERALL PALMEN, PALMEN UND NOCH MEHR PALMEN, STRAND, MEER .....und da in Miami menschenmässig alles zusammenkommt , jede Menge FREAKS  ! Unser Hotel liegt direkt am "Ocean Drive" ,wo sich eine Bar nach der nächsten tummelt , und ungemein "coole" Typen mit ihren Autschgaln ( oder eher fetten Karren ) die Strasse auf und abfahren , gaaanz langsam in der Hoffnung, aufzufallen :-)
Soweit nix neues, das gibt´s in Traunstein beim Bahnhof nämlich auch :-) !
Nach einem kurzen Abendessen , wo ich fast schon am Tisch eingeschlafen wäre, bin ich endlich ins Bett gefallen und hab wie eine Tote geschlafen !
                                                           Am nächsten Tag dann volles Programm : Ich hab mir Inline- Skates ausgeliehen und bin am Strand entlang gefahren ....Hab dabei jede Menge lustiger Leute getroffen, manchen was auf der Gitarre vorgespielt und zwei Damen aus Argentinien "Fliang" vorgesungen ! Das war saulustig und wir haben eh klar alles im Kasten !
Am Nachmittag ein kleines Päuschen gemacht und ich bin ins MEER gesprungen....War das toll ! Obwohl ich ein bisserl Angst hatte, weil ich Miami doch irgendwo der weiße Hai gedreht worden ist ... Aber gottseidank war er nicht in der Nähe...!
Ein kleiner Schock widerfuhr uns, als wir am Abend auf dem Weg zu einem Club aus Versehen über eine rote Ampel gefahren sind und uns die Polizei aufgehalten hat .....Wir haben uns schon im Knast gesehen , aber die Cops von Miami waren so endscool und haben uns sogar noch den Weg gezeigt ! Puhhhh !
Eine Menge anderer lustiger Sachen sind noch passiert, aber es bleibt mir nur ganz wenig Zeit um zu erzählen und deshalb nehmen wir ja alles auf ....
Jedenfalls ist es heute schon wieder  in eine andere Stadt gegangen.....Wohin genau und wie es ist : Erzähl ich euch später !
Ganz liebe Grüße nach Daheim , ich vertrete unsere Heimat bis dahin so gut ich kann in der ganzen Welt !!! SERVUS
Eure Clautschi